Siegen:

 

Veranstaltungsreihe zum Thema:


 

Bedingungsloses Grundeinkommen - als zukunftsweisende Idee für Arbeit, Wirtschaft, Soziales, Kultur, Bildung und Demokratie
 

Organisiert von der ‘Arbeitsgruppe bedingungsloses Grundeinkommen etc. Siegen‘ in Kooperation mit: Kölner Initiative Grundeinkommen, Bürgerinitiative bGE Berlin, Kulturreferat/Kulturkaffee Uni Siegen, BlueBox, VEB, Attac, Die Linke Siegen, Juso HSG, uni:grün, Netzwerk Grundeinkommen.

 

Veranstaltung am 02. und 03.11.2011:

 
 

Ralph Boes:
"Freiheit-Gleichheit-Grundeinkommen:

Arbeit und Volkswirtschaft neu  gedacht" 
Vortrag mit anschließender Diskussion 
BlueBox / 02.11.11 / 19:30 Uhr
 

 

Ralph Boes: 
Workshop zum bGE
VEB / 03.11.11 / 10:00 – 14:00
Uhr

 
 

Zum Referenten:
 

Ralph Boes lebt in Berlin
ist Philosoph, Autor, Dozent für Geistesschulung,
Autor des "Brandbriefes" um die Grundrechte in Hartz IV
und Vorstandsmitglied der
"
Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen e.V."
 

Er begreift das bedingungslose Grundeinkommen als die materielle Basis eines neuen Menschenrechtes – des Menschenrechtes auf eine freie Lebensgestaltung und eine von wirtschaftlichen und politischen Mächten unbeeinflusste Existenz – und setzt sich u.a. mit folgenden Fragen zum bGE auseinander:


- Zum Vergrößern anklicken -

  • Bedingungsloses Grundeinkommen? Wer geht dann noch arbeiten?

  • Können Arbeitgeber das Grundeinkommen ausnutzen und etwa ein "Kombilohnmodell" daraus konstruieren? ("Ein Grundeinkommen hat ja jeder schon – da braucht es kaum mehr weiteren Lohn.")

  • Gibt es "wünschenswerte" Vorteile für Arbeitnehmer?

  • Gibt es "wünschenswerte" Vorteile für Arbeitgeber?

  • Welche Veränderungen werden sich am Arbeitmarkt ergeben?

  • Ist Grundeinkommen nicht eine "Stilllegungsprämie" für einen großen Teil der Bevölkerung, begünstigt ihre Verwahrlosung und schließt sie aus einer sinnvollen Lebensgestaltung aus?

  • Wird nicht das Prinzip "Verantwortung" geschwächt und Deutschland zu einer "Freizeitgesellschaft", in der jeder nur noch das tut, was er will?

  • Kann das GE z.B. von Vermietern missbraucht werden (höhere Mieten)?

  • Werden Jugendliche, die ein "lebenslanges sorgenfreies Leben" vor sich sehen, sich dann noch qualifiziert ausbilden wollen?

  • Was würde ein bGE für die Ausländerfrage bedeuten? Wird Deutschland zu einem unkontrollierten Einwanderungsland?

  • Wie würde das bGE sich zur "Freizügigkeit" der Ansiedlung in der EU verhalten?

  • Wie können "problematische" Wirkungen abgedämpft werden?

  • Welche Veränderungen ergeben sich im Konsum?

  • Gibt es nach Grundeinkommen noch eine Demokratie – oder wird nur noch die Partei gewählt, die das höhere GE in Aussicht stellt?

  • Welche Bedeutung hat das bGE für Familien?

  • Wie ist eine Finanzierung des Grundeinkommens möglich? (Diese Frage stellt sich vor der gegenwärtigen Hochverschuldung des Staates neu.)

  • Wie verhält sich das bGE zur Finanzkrise? Ist es "krisensicher"?

  • usw. usf. …

Der Referent behauptet, Grundeinkommen sei wie ein guter Krimi. Man denke immer, man habe schon die Antworten, dabei sähen diese – aus der inneren Logik der Tatsachen – zumeist ganz anders als erwartet (und befürchtet?) aus.
 

Wir freuen uns darauf und laden herzlich ein, die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens mit dem Referenten Ralph Boes - im Rahmen des Vortrages, einer anschließenden Diskussion und des Workshops – zu betrachten und zu besprechen!



Eintritt jeweils 5€ / ermäßigt 3€

 

 


 

 

Weitere Veranstaltungen der Initiative:

 

 

Filme: Designing Society & Bedingungslos glücklich / BlueBox / 07.11.11 / 19:30

Filme: Designing Society & Bedingungslos glücklich / VEB / 16.11.11 / 19:30

Zu den Filmen:

-> Designing Society (2007): Ein Film zum Grundeinkommen von Jördis Heizmann (ca. 30 Min).

-> Bedingungslos glücklich – Freiheit und Grundeinkommen (2011): Ein Film von Ilona Kalmbach und Sabine Jainski (ca. 45 Min).
 

Auch in einer Zeit, in der man die großen Utopien ad acta gelegt hat, treiben neue soziale Ideen die Menschen rund um den Globus an. Eine dieser Ideen ist das bedingungslose Grundeinkommen für alle Bürger eines Staates oder sogar alle Menschen weltweit.

Damit wären sie frei, nur die bezahlte Arbeit zu verrichten, die sie wirklich tun möchten, und könnten zugleich wichtige Arbeiten, die kaum oder gar nicht entlohnt werden, zum Wohle des Gemeinwesens leisten. Das stärkt die individuelle Verantwortung ebenso wie die gesellschaftliche Solidarität, sagen die Befürworter, und könnte auch zur Lösung der kommenden Wirtschafts- und Energiekrisen beitragen.

In Deutschland und der Schweiz ist die Bewegung zum Grundeinkommen in den letzten Jahren stark gewachsen - das Engagement geht quer durch alle Parteien und Schichten. Im November 2010 beschäftigte sich sogar der Deutsche Bundestag mit einer Petition zum Grundeinkommen. Verschiedene renommierte Institutionen haben Modellrechnungen vorgelegt, die zeigen, dass Grundeinkommen auch finanzierbar ist. Erste Modellversuche im Ausland verliefen erfolgreich.
 

Von der Utopie zum neuen Lebensgefühl

Stellen wir uns vor, in Deutschland oder in der Schweiz würde das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt. Was könnte das für jeden einzelnen von uns bedeuten?

Die Dokumentation von Sabine Jainski und Ilona Kalmbach beleuchtet die aktuelle Diskussion mit prominenten Befürwortern und Gegnern. Sie zeigt, wie aus einer utopischen Idee ein sehr reales neues Lebensgefühl heranwächst: Von der Lebensgemeinschaft auf dem Land bis zum erfolgreichen Unternehmen, von der Köchin bis zur Lehrerin, vom Blogger bis zum Wirtschaftsprofessor nehmen immer mehr Menschen ihre Zukunft selbst in die Hand.

Der Film behandelt auch die Fragen: Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?

 

  

-   Sascha Liebermann: Vortrag "Freiheit statt Vollbeschäftigung. Weshalb ein bedingungsloses Grundeinkommen Demokratie, Solidarität und Leistung fördert" mit anschließender Diskussion  / VEB /  25.11.11  / 19:30

 

Sascha Liebermann hat 2003 gemeinsam mit Kollegen die Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ gegründet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die öffentliche Diskussion zum bedingungslosen Grundeinkommen anzuregen und zu fördern. Er studierte Philosophie, Soziologie und Psychoanalyse, an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und wurde dort zum Dr. phil (Soziologie) promoviert. Von 1999-2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an der Technischen Universität Dortmund. Zur Zeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum und leitet ein Forschungsprojekt zum bedingungslosen Grundeinkommen.“

 

Seit ungefähr sechs Jahren wird ein bedingungsloses Grundeinkommen als Alternative zu bestehenden Sicherungssystemen öffentlich diskutiert. Worum geht es bei diesem Vorschlag? Statt an den Sicherungssystemen wie Arbeitslosengeld, Rente, Sozialhilfe usw. weiterhin herzumzudoktern, will das Grundeinkommen sie auf ein anderes Fundament stellen. Während heute Ansprüche auf Transferleistungen (Arbeitslosengeld I, Rente usw.) erst erworben werden müssen oder die Bedürftigkeit eines Antragstellers (Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Bafög usw.) erst festgestellt werden muss, setzt das Grundeinkommen dort an, wo die Demokratie ihr Fundament hat: am Staatsbürger. Wer Staatsbürger ist, soll es erhalten, ohne dass er Ansprüche erwerben oder Bedürftigkeit nachweisen muss. Personen, die keine Staatsbürger sind, aber sich dauerhaft in Deutschland aufhalten, sollen ebenfalls ein Grundeinkommen erhalten. Von der Wiege bis zur Bahre, für Erwachsene wie Kinder gleichermaßen, stünde damit eine dauerhafte Absicherung zur Verfügung, die Freiräume verschafft. Nicht mehr die Sorge um das Auskommen müsste Menschen beschäftigen, sie könnten sich vielmehr unbeschränkt der Frage stellen, was sie mit ihrem Leben anfangen, wie sie zum Wohlergehen des Gemeinwesens beitragen wollen. Sind die Voraussetzungen dafür gegeben?

  

 

Felix Coeln: Vortrag “ Bedingungsloses Grundeinkommen - Geld als Recht auf Leben in der Fremdversorger-gesellschaft“ mit anschließender Diskussion / BlueBox  /  28.11.11 / 19:30

 

->„Niemand hat mehr einen Garten hinter dem Haus, weshalb niemand mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Eigentumsrechte haben den Menschen davon abgeschnitten, sich selbst zu versorgen. Wir leben in der Fremdversorgergesellschafft und das bedeutet, dass wir alles was wir machen, für andere machen. Nicht für uns selbst.

Wirtschaft funktioniert über das Prinzip Verweigerung: wenn ein Produkt verknappt wird, steigt dessen Preis. Anders verhält es sich nur beim Preis für menschliche Arbeitskraft, denn diesen Sektor haben Maschinen übernommen. Diese gehören wiederum jemandem.

Eigentlich haben wir uns einen Menschheitstraum erfüllt. Maschinen machen nun die Arbeit. Dennoch bleibt genug zu tun: es bleiben Aufgaben, die sehr arbeitsaufwendig sind und die keine Maschine übernehmen kann oder soll. Dennoch haben wir eine hohe Arbeitslosigkeit zu beklagen, sowie einen Mangel an vergüteten Arbeitsplätzen in den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheit, Pflege  u.a.  Daraus ergibt sich ein Konflikt, der dem Individuum überlassen wird, aber systemisch bzw. kollektiv gelöst werden muss.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist die Lösung für diesen Konflikt. Es geht darum die Spielregeln zu ändern. Ein bGE stellt jeden Menschen frei - nicht nur einige wenige, deren Aufgaben allgemein als sehr wertvoll angesehen werden oder deren Positionen ein höheres Einkommen zulassen –jeder einzelne wird freigestellt und kann sich, den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechend, entfalten und einbringen.

Der Vortrag zeigt die aktuellen Bedingungen auf und veranschaulicht wie ein bGE sich auf den Einzelnen und die Gesellschaft auswirken könnte. Der Wert von Arbeit wird erörtert und die Aufmerksamkeit auch auf die desolaten Lebenssituation ganzer Menschengruppen gelenkt.
Es wird dargelegt wie die Spielregeln geändert werden müssten, damit wieder jeder am Gemeinwesen teilnehmen kann.  Im Anschluss an die Diskussion gibt es Gelegenheit ausführlich gemeinsam über das Gehörte zu diskutieren und sich mit den neuen Ideen rund um ein BGE auseinander zu setzen.“

 

Ronald Blaschke: Vortrag “Europa braucht ein Grundeinkommen. Von den ersten Ansätzen zur europaweiten Forderung“ mit anschließender Diskussion / VEB /  05.12.11 / 19:30

 

->Bislang keine weiteren Infos.

 

 


 

Eintritt: 5€ / 3€ ermäßigt  - ob Sie die Ermäßigung in Anspruch nehmen, dürfen Sie selbst entscheiden.

 

 

Die Vorträge werden etwa 30 – 40 Minuten lang sein. Für die anschließenden Diskussionen sind dann nochmal 60 – 90 Minuten eingeplant.

 

 

Ausserdem:

 

Party – mit Musik für eine bedingungslos bessere Welt / KultKaff Uni Siegen / 16.12.11

Wander-Ausstellung zum bedingungslosen Grundeinkommen / verschiedene Orte / Mitte Nov. bis Mitte Dez. /

 

Eintritt frei.

Spenden erwünscht.