zurück

 

 

 

Kommentar zum ersten Bericht der Schlichter in den "Mitteilungen" vom Oktober 2008

 

 

 

„EINIGUNG zwischen Arbeitskollegium und Urteilsfindungskommission über den Abschlussbericht zu den Konflikten im Arbeitszentrum Berlin.“

 

Mit dieser Überschrift ist in den "Mitteilungen" der AGiD veröffentlicht worden, was in der UFK-Frage nun endlich Frieden stiften soll. 

 

Allerdings fand die „Schlichtung“ (noch) NICHT zwischen den Mitgliedern der UFK einerseits und NG/DH/MW andererseits statt, sondern nur erst zwischen UFK und dem jetzigen Vorstand (jetzt „Arbeitskollegium“) der AGiD. Was zwischen der UFK und den drei Klageandrohenden aufgelaufen ist, ist dadurch noch nicht angerührt.

 

Erreicht wurde:

In Aussicht steht,

dass der Bericht durch NG, DH und MW um weitere „Punkte“ oder „Feststellungen“ erweitert wird.

 

Noch nicht erreicht wurde,

dass die Klageandrohungen in vollem Umfang zurückgenommen werden. – Teils stehen dort noch zusätzliche Vereinbarungen zwischen den Parteien an.

 

Ein Schatten fällt auf die "Schlichtung" durch die Einseitigkeiten im Tonfall des Berichts:

Was z.B. soll das heißen: Als die UFK ihren abschließenden Bericht präsentieren wollte, „trat das Problem auf, dass nicht alle Interviewteile von den Betroffenen autorisiert wurden …“ ?

Angesichts der Tatsache dass eine ganze Partei ihre Aussagen verweigerte oder verzögerte und damit die konfliktfreie Fertigstellung und Veröffentlichung des Berichtes verunmöglicht war, ist das doch sehr verharmlosend ausgedrückt! Klingt etwa so unschuldig wie: „Zwischen 1942 und 1945 trat in Europa das Problem auf, dass nicht alle Menschen überlebten.“

 

Wieso wird so einseitig geschrieben: Die Plenumsbeiträge von Rahel Uhlenhoff "riefen beim Vorstand, aber auch bei Teilen der Mitgliedschaft, Unmut hervor“ ? - Dass sie beim Vorstand Unmut hervorriefen, ist kaum verwunderlich. Dieser hat ja nun alles versucht, das Erscheinen des Berichtes zu verhindern - da musste ihm der Auftritt von Rahel Uhlenhoff unangenehm sein. Was aber ist mit "den  anderen Teilen der Mitgliedschaft"? Warum schreibt man nicht auch, wenn man überhaupt schon so schreibt, dass Rahel Uhlenhoffs Plenumsbeiträge bei anderen Teilen der Mitgliedschaft größte Erleichterung hervorgerufen haben? Auch diese Empfindungen sind sehr deutlich - in Wort und Schrift - geäußert worden!

Solche Einseitigkeiten durchziehen den ganzen Bericht und stellen die Unvoreingenommenheit der Schlichter in Frage. Man gibt dadurch genau derjenigen Tendenz zur Macht- und Spaltungspolitik wieder nach, bzw. führt sie weiter, die schon die Ursache der "Berliner Krise" und der Krise zwischen Vorstand und  UFK waren. Das eigentliche Problem der "Anthroposophischen Gesellschaft" 1 wird so nicht behoben.
 

Schlussendlich ist dann auch nur mit sehr gemischten Gefühlen zu lesen,

wenn gesagt wird, dass der Bericht den Mitgliedern, die es wünschen, durch die Arbeitszentren zugänglich gemacht werden "kann". 2 

Sind all die Zugeständnisse gemacht, damit man den Bericht - nachdem seine Fertigstellung und Veröffentlichung nicht verhindert werden konnte - jetzt still und leise wegsperren kann?

Das ist die offene und bange Frage!

 
 

Berlin, den 9.10.2008
Ralph Boes

 

 

Den ganzen Text der "Mitteilungen" siehe hier (PDF, bitte zu Seite 15 scrollen)

 

 

 

_______________________________

 

1 : - welches einfach darin besteht, dass man nicht genügend wahrhaftig ist, um freisinnig sein zu können ...
 

2 : Wortlaut: "Der Vorstand ... stellt den Bericht den Arbeitszentren zur Verfügung. Diese können ihn den Mitgliedern zugänglich machen, die es wünschen."
- Warum "können" ? - Warum nicht "sollen" oder "müssen" ???

 

 

zurück